Frank Markowitsch

Dirigent
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Frank Markowitsch_klein

Foto: Neda Navaee

Frank Markowitsch ist Dirigent und Professor für Chor- und Orchesterleitung an der Hochschule für Musik Freiburg. Neben der hohen musikalischen Qualität seiner Arbeit sind es vor allem seine außergewöhnlichen, interdisziplinären Konzertprogramme, mit denen er sich einen Namen gemacht hat. Über das Studium der Philosophie, Germanistik und Romanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gelangte Frank Markowitsch zum Schulmusikstudium an der Universität der Künste Berlin und schließlich weiter zum Orchester- und Chorleitungsstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Zu seinen Lehrern zählen Christian Grube, Rolf Reuter und Jörg-Peter Weigle. Wichtige Impulse erhielt er darüber hinaus von Uwe Gronostay und Vladimir Jurowski sowie in Meisterkursen des RIAS Kammerchores und der Internationalen Bachakademie Stuttgart unter Helmuth Rilling.

Sein vielseitiger Werdegang spiegelt sich in Frank Markowitschs Projekten, in denen er höchste künstlerische Qualität mit den Ergebnissen eines fundierten Werkstudiums sowie mit aktuellen gesellschaftspolitischen und philosophischen Diskussionen verbindet. Aussagekräftiges Beispiel dieser vielschichtigen Arbeit ist das Projekt „Paradise reloaded? Die Schöpfung im Anthropozän“, das ausgehend von Haydns musikalischer Feier der Natur den Umgang unserer Gesellschaft mit der Umwelt hinterfragt.

Um seine musikalischen Ideen umzusetzen, gründete Frank Markowitsch mit der Vokalakademie Berlin und dem Prometheus Ensemble Berlin zwei professionelle Ensembles. Vor allem die Vokalakademie Berlin machte international von sich reden, konzertierte an der Seite der Akademie für Alte Musik Berlin, des Freiburger Barockorchesters und Le Cercle de l’Harmonie und trat unter anderem beim Musikfest Bremen, beim Klarafestival Brüssel und beim Festival de Saint-Denis in Erscheinung. Die Debüt-CD des Ensembles mit Alessandro Scarlattis Vespro della Beata Vergine (Rondeau Production) rief begeistertes Medienecho hervor, die folgende Einspielung Salve Regina mit Musik zum Lob der Maria von Antonio Caldara wurde für die Bestenliste 01/2017 des Preises der Deutschen Schallplattenkritik nominiert.

Für seine Projekte sucht Frank Markowitsch stets hochkarätige Kooperationspartner aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. So begleitete das Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies das Schöpfungs-Projekt mit einem Symposium zum Thema „Kultur und Natur im Anthropozän“, die Universität der Künste Berlin beleuchtete anlässlich einer Aufführung von Alessandro Scarlattis Vespro della Beata Vergine in einem internationalen und interdisziplinären Symposium Kompositionen, Kontexte und Aufführungspraxis der Offiziumsvertonungen des Barockkomponisten.

Frank Markowitsch leitete und prägte viele Jahre den Chor des Jungen Ensembles Berlin, mit dem er aufsehenerregende Konzertprojekte realisierte und zahlreiche Preise gewann. Unter seiner Leitung erschien 2014 die Debüt-CD des Chores mit Arthur Honeggers König Daivd (Rondeau Production). 2012 wurde Frank Markowitsch von Ton Koopman als Chorleiter des Amsterdam Baroque Choir berufen, der sich unter seiner Leitung bis 2015 hörbar weiterentwickelte.

Kunst als alternative Form des Wissens zu begreifen und seine Kenntnisse in diesem Bereich an die nächsten Generationen weiter zu vermitteln, ist ein wichtiges Anliegen des Dirigenten: Nach fünf Jahren als Dozent für Chordirigieren an der Universität der Künste Berlin folgte Frank Markowitsch zum Wintersemester 2015/16 dem Ruf als Professor für Chor- und Orchesterdirigieren an die Hochschule für Musik Freiburg. Von 2007 bis 2010 leitete er den Innsbruck Festival Chorus, ein Akademieprojekt der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, 2013 war er leitender Dirigent der Sommerakademie Opus XXI für zeitgenössische Musik.

Frank Markowitsch ist Mitinitiator des Vokalfestes Chor@Berlin und regelmäßiger Gast auf internationalen Festivals wie den Musikfestspielen Potsdam-Sanssouci, dem Musikfest Bremen, dem Rheingau Musik Festival, dem Klarafestival Brüssel oder dem Festival d’Aix-en-Provence. Er arbeitete mit dem RIAS Kammerchor, den Chören des NDR und des WDR, dem Rundfunkchor Berlin, Accentus, dem Choer du Radio France, dem Balthasar-Neumann-Ensemble, dem Vocalconsort Berlin und dem Coro Nacional de España zusammen. In den vergangenen Jahren konzentriert er sich verstärkt auch auf die Arbeit mit Orchestern und leitete Konzerte mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Orquesta Filarmónica de Medellín, der Kammerakademie Potsdam und Le Cercle de l’Harmonie. Auch die Arbeit an der Oper liegt dem Dirigenten am Herzen: Er war unter anderem an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, der Opéra National de Nancy, der Opéra Comique de Paris und der Opéra de Lille tätig.

Frank Markowitsch bereitete Orchester und Chöre für Dirigenten wie Kurt Masur, Seiji Ozawa, Ton Koopman, Thomas Hengelbrock, Marc Minkowski, Ingo Metzmacher, Enoch zu Guttenberg und Jérémie Rhorer vor. Eine besonders enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit René Jacobs, für dessen CD-Einspielungen der Zauberflöte und von La Rappresentatione di Anima et Corpo (jeweils harmonia mundi) er den Chor einstudierte, ebenso wie für die Aufführungen von Monteverdis Marienvesper und L’Orfeo sowie verschiedener Mozartopern in Europa und Asien.

(Stand September 2017)

Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage: www.frankmarkowitsch.com