Jean-Guihen Queyras

Violoncello
www.jeanguihenqueyras.com

Jean-Guihen Queyras zählt aufgrund seiner brillanten Spieltechnik, seines sensiblen und durchdachten Umgangs mit den jeweils gewählten Stücken sowie der Vielseitigkeit seines Re­pertoires zu den interessantesten Cellisten seiner Generation. Als Solist ist der in Kanada ge­borene Künstler ebenso gefragt wie als Kammermusiker – nicht zuletzt weil er aufgrund seines langjährigen Engagements als Solocellist beim Ensemble Intercontemporain zu Beginn seiner Laufbahn die hohe Tugend des idealen Zusammenspiels von starken Individuen im Ensemble zutiefst verinnerlicht hat. Auch als artist in residence beim Hamburger Ensemble Resonanz (2010-2013) führte diese Fähigkeit zu einer künstlerisch überaus ertragreichen Zusammenar­beit. Bis heute verbindet Jean-Guihen Queyras mit dem Streicherensemble eine ebenso in­tensive wie herzliche Beziehung, als nächstes gemeinsames Projekt steht die Einspielung der Cellokonzerte Nr. 1 bis 3 von Carl Philipp Emanuel Bach auf dem Programm. Die CD erscheint im Sommer 2018 bei harmonia mundi.

Mit seinen festen Partnern Isabelle Faust und Alexander Melnikov hat der Cellist eine ganze Reihe herausragender Projekte realisiert, zuletzt sorgte die Aufführung und Einspielung der Solokonzerte für Violine, Klavier und Violoncello von Robert Schumann für Furore bei Publi­kum und Presse. Darüber hinaus ist Queyras eng mit dem Pianisten Alexandre Tharaud ver­bunden, mit dem er im Herbst 2017 die beiden Cellosonaten von Johannes Brahms ein­spielen und während einer internationalen Tournee zur Aufführung bringen wird. Die Veröf­fentlichung der CD ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen (Warner).

Auch die weiteren Projekte der Saison 2017/18 reflektieren Queyras‘ künstlerische Neugier, seine Begeisterung für Abwechslung, sein behutsames aber höchst präzises Erforschen alten und neuen Repertoires und sein weit gefasstes, genreübergreifendes Interessenspektrum.

Ein Highlight ist die Uraufführung einer Tanzproduktion von Rosas mit Johann Sebastian Bachs Cellosuiten. Die 1983 von Anna Teresa De Keersmaeker gegründete belgische Tanz­kompanie zählt zu den weltweit bekanntesten Ensembles für zeitgenössischen Tanz in Eu­ropa. Die Choreographin hat sich bereits in früheren Produktionen intensiv mit Bachs Werk auseinandergesetzt. In dieser Produktion für einen Cellisten und drei Tänzer und Tänzerinnen werden sechs seiner Cellosuiten kurze Werke György Kurtágs gegenübergestellt.

Die Urauf­führung erfolgt am 26. August im Rahmen der Ruhrtriennale, weitere Kooperationspartner sind La Monnaie/De Munt, Concertgebouw Brugge, das Théâtre de la Ville de Luxembourg, die Opéra de Lille, die Ludwigsburger Schlossfestspiele, die Elbphilharmonie und Montpellier Danse.

Im Juli 2018 feiert ein ganz frühes Projekt Jean-Guihen Queyras‘ seinen 30. Geburtstag: Ge­meinsam mit seinem Bruder, dem Geiger Pierre-Olivier Queyras, hatte der damalige Musikstu­dent in seinem Heimatdorf Forcalquier das Festival „Rencontres Musicales de Haute-Pro­vence“ ins Leben gerufen. Was einst als fünfstündiges Abendkonzert einiger Studenten in einer Dorfkirche begann, hat sich mittlerweile zu einem fünftägigen Festival mit Meisterklassen, Nachwuchsförderung und einer Kompositions-Residency entwickelt. Zu Gast in Forcalqier wa­ren unter anderem bereits Antje Weithaas, das Arcanto-Quartett, Tabea Zimmermann und Jörg Widmann.

Des Weiteren stehen weltweite Tourneen mit Partnern wie Yannick Nézet-Séguin und dem Or­chestre Métropolitain, John Eliot Gardiner und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und der Akademie für Alte Musik Berlin, in kammermusikalischen Formationen mit Éric Le Sage und Emmanuel Pahud, Isabelle Faust und Alexander Melnikov auf dem Pro­gramm des vielseitigen Cellisten.