WDR Sinfonieorchester

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In der Spielzeit 2017/2018 feiert das WDR Sinfonieorchester Köln sein 70-jähriges Jubiläum. 1947, noch unter den Dach des „Nordwestdeutschen Rundfunks“, schlug die Geburtsstunde des Orchesters, das schon bald über die nordrhein-westfälische Musikszene hinaus zu einer festen Größe in der deutschen Orchesterlandschaft wurde. Zahlreiche Auslandstourneen und eine Vielzahl preisgekrönter CD-Einspielungen belegen den hohen internationalen Rang, den sich das WDR Sinfonieorchester in den vergangenen sieben Jahrzehnten erspielt hat. So wird das Orchester in der kommenden Spielzeit gleich zweimal nach Asien reisen – im Oktober 2017 nach Japan, im Mai 2018 nach China und Korea. Regionale Präsenz und der öffentlich-rechtliche Programmauftrag stehen indes nach wie vor an erster Stelle:
„Das Jubiläum bedeutet auch und besonders 70 Jahre Musik im Radio“, wie WDR-Intendant Tom Buhrow betont. „Denn die genuine Aufgabe des WDR Sinfonieorchesters war es von Anfang an, die sinfonische Musik in ihrer ganzen Bandbreite allen Menschen in NRW auf höchstem Niveau zugänglich zu machen.“

Zu den Höhepunkten der Jubiläumssaison zählt die zyklische Aufführung aller neun Beethoven-Sinfonien unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste. „Für mich ist Beethoven der ultimative Sinfoniker“, so der finnische Maestro, der im September bereits seine achte Spielzeit als Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters eröffnet. „Seine Musik steht exemplarisch für das kreative und künstlerische Potenzial des menschlichen Intellekts.“ An je zwei Doppelabenden im November 2017 und Februar 2018 ist der Beethoven-Zyklus in der Kölner Philharmonie zu erleben, live übertragen auf WDR 3. Ein weiterer Schwerpunkt der Spielzeit liegt auf dem vielschichtigen Werk Bernd-Alois Zimmermanns, dessen Geburtstag sich im März 2018 zum 100. Mal jährt. Das WDR Sinfonieorchester hat den Schaffensweg des Kölner Komponisten bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1970 kontinuierlich begleitet und zahlreiche Referenzaufnahmen seiner großen Orchesterwerke vorgelegt. Zimmermann bezeichnete sich selbst als „eine sehr rheinische Mischung von Mönch und Dionysos“; in seinem Oeuvre verbindet sich spirituelle Tiefe mit skurrilem Humor, philosophische Reflexion mit bodenständigem Musikantentum. In den Konzerten der Reihe „Musik der Zeit“ wird Zimmermanns stilistische Entwicklung von der kraftvoll pulsierenden Sinfonie in einem Satz (1951) bis zu den resignativen Orchesterskizzen „Stille und Umkehr“ aus dem Todesjahr eindrucksvoll dargestellt. Flankierend dazu hebt das WDR Sinfonieorchester in seiner Jubiläumsspielzeit Novitäten bedeutender europäischer Komponisten aus der Taufe – so etwa von Tristan Murail, Mark Andre, Wolfgang Mitterer und Isabel Mundry.

Über den Beethoven-Zyklus hinaus stellt Jukka-Pekka Saraste dem WDR Sinfonieorchester weitere Schwergewichte des Repertoires auf die Pulte. Dmitrij Schostakowitschs eindringliche Sinfonie Nr. 10 ist ebenso Chefsache wie die lichtdurchflutete „Zweite“ von Jean Sibelius und Igor Strawinskijs bahnbrechende Ballettmusik „Le sacre du printemps“. Weitere Meisterwerke liegen in den Händen renommierter Gastdirigenten, darunter auch zwei machtvolle Orchesterfresken von Richard Strauss: Marek Janowski ist der ortskundige Bergführer in der „Alpensinfonie“; Jakub Hrůša zeichnet in der Tondichtung „Ein Heldenleben“ das hintersinnige Selbstportrait des Meisters im Streit mit seinen Widersachern nach. Manfred Honeck folgt dem heimwehkranken Antonín Dvořák in die „Neue Welt“; Alan Gilbert bereist die verschneiten Märchenlandschaften der russischen Romantik. In der Funkhaus-Reihe „Klassik Heute“ gehen die Originalklang-Spezialisten Bernard Labadie, Andrea Marcon und Reinhard Goebel den Prinzipien der klassischen Klangrede nach; WDR Rundfunchorchef Stefan Parkman leitet eine vorösterliche Aufführung von Bachs Johannespassion.

Solistinnen und Solisten von Weltruf unterstützen das WDR Sinfonieorchester auf seinen weiten Repertoirepfaden. Vor allem für pianistischen Glanz ist dabei bestens gesorgt: Altmeister Rudolf Buchbinder zeigt die Lichtgestalt Mozart im d-Moll-Konzert von einer ungewohnt dunklen Seite; Paul Lewis, als legitimer Nachfolger des großen Alfred Brendel gehandelt, beschwört den vitalen Aufbruchsgeist in Beethovens erstem Klavierkonzert. Die temperamentvolle Chinesin Yuja Wang macht sich für Rachmaninows selten zu hörende „Nummer 4“ stark, während die Deutsch-Japanerin Alice Sara Ott Eleganz und Raffinesse in Liszts A-Dur-Konzert erkundet. Auch zwei große Persönlichkeiten der internationalen Violinszene haben sich angesagt: Arabella Steinbacher widmet sich Beethovens epochalem Violinkonzert; Frank-Peter Zimmermann kostet Paul Hindemiths widerborstigen Charme aus.

Ein weiteres Mal zu Gast ist der österreichische Percussion-Star Martin Grubinger, der mit einem Werk des finnischen Komponisten Kalevi Aho tief in die Welt nordischer Rituale eintaucht. Eintauchen darf auch das junge Publikum des erfolgreichen Abos planM@philharmonie – mal in die kühlen Fluten des Atlantik, mal in die dunkel-lockende Atmosphäre des Tango Argentino. Zu den Formaten, die das WDR Sinfonieorchester mit Blick auf jüngere Publikumsschichten entwickelt hat, zählt auch die mittlerweile in Köln, Essen und Dortmund bestens etablierte Reihe WDR Happy Hour mit ihren moderierten Kurzprogrammen. Und dass auch junge und jüngste Hörer in der Klassik weiterhin spannende Entdeckungen machen können, dafür sorgen Kommissar Krächz, der freche Dackl und das ganze Team des WDR-Musikvermittlungsprogramms Plan M.