Markus Poschner

„So frei wie ein Jazzmusiker“, titelt die Neue Zürcher Zeitung und besser könnte man Markus Poschners Wirken als Dirigent nicht auf den Punkt bringen. Freiheit ist für ihn kein Gegenentwurf zur Werktreue, sondern deren lebendigste Form.

 

Wie im Jazz – in dem Poschner seine Wurzeln hat – entsteht Musik für ihn erst wirklich im Augenblick: im Zuhören, Reagieren, Entscheiden, im Mut zum Risiko. Das ist längst zu seinem Markenzeichen geworden: Ob im Orchestergraben in Bayreuth, Wien, Hamburg, Zürich, London oder München oder auf dem Podium mit herausragenden Sinfonieorchestern, wie auch bei seinem Debüt bei den Berliner Philharmonikern in der aktuellen Saison 2026/27.

 

Markus Poschner ist ein leidenschaftlicher Kommunikator, ein Brückenbauer – und darin ein Visionär. Seine schier unaufhörliche Neugier treibt ihn zum Eintauchen in die Partituren an, um stetig neue Schichten freilzulegen, Traditionen zu hinterfragen und vor allen Dingen mit Leib und Seele kompromisslos zu musizieren – unmittelbar und ganz dem Moment gehorchend. Eine Partitur ist für ihn deshalb kein festgeschriebenes Ergebnis, sondern ein Möglichkeitsraum, der sich in jeder Aufführung neu eröffnet.

 

Seine Einspielungen sind allesamt preisgekrönt: Im Jahr 2018 gewann er erstmals den International Classical Music Award (ICMA) für seinen Brahms-Sinfonien-Zyklus (Sony) mit dem Orchestra della Svizzera italiana (Chefdirigent 2015-2025), und 2024 den „Special Achievement Award“ der Jury des ICMA für seinen Zyklus der Gesamteinspielung sämtlicher Bruckner-Sinfonien (Capriccio/Naxos) mit dem Bruckner Orchester Linz (Chefdirigent 2017-2027) und dem RSO Wien. Außerdem erhielt er 2025 ein weiteres Mal diese Auszeichnung mit dem Orchestra della Svizzera italiana für seine Einspielung von Paul Hindemiths Sinfonie „Mathis der Maler“ und Alfred Schnittkes Konzert für Klavier und Streichorchester sowie „Die vier Temperamente“ (ECM). Gemeinsam mit dem Orchestre National de France wurde Poschner für seine Produktion von Offenbachs später Oper „Maître Péronilla“ mit dem „Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2021“ ausgezeichnet.

 

Mit dem Sinfonieorchester Basel, dessen Chefdirigent er seit dem Jahr 2025 ist, arbeitet Poschner gerade an einem Gesamtzyklus der Sinfonien Gustav Mahlers, deren eben erschienene Aufnahmen von der Fachpresse begeistert aufgenommen wurden. In Wien, seit dieser Saison als neuer Chefdirigent des ORF Radio-Symphonieorchesters, setzt Markus Poschner dagegen Schwerpunkte in der Neuen Musik und der klassischen Moderne. Ihre Bedeutung für unser alltägliches Leben sichtbar und zugänglich zu machen, ist dem Dirigenten ein besonderes Anliegen. So stehen am Beginn seiner Amtszeit in Wien exemplarisch gleich mehrere neue Konzert-Formate auf dem Plan, wie beispielsweise in Kooperation mit dem Wiener Musikverein „Poschners Meilensteine“, sowie neuartige Konzerteinführungen mit Orchester für das Konzerthaus Wien oder gemeinsam mit dem RadioKulturhaus das Format „RSO@work“.

 

Seit seiner Auszeichnung mit dem „Deutschen Dirigentenpreis“ ist Markus Poschner regelmäßig zu Gast bei Spitzenorchestern weltweit, darunter Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Staatskapelle Berlin, Sächsische Staatskapelle Dresden, Bamberger Symphoniker, SWR Symphonieorchester, Wiener Symphoniker, Orchestre Philharmonique de Radio France, NHK Tokio, Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia, sowie an den Opernhäusern in Wien, Berlin, München, Hamburg, Dresden, Zürich und auch London.

 

Das Bayreuther Festspielorchester dirigierte er erstmals bei dessen außergewöhnlichem Gastspiel 2019 in Abu Dhabi mit Wagners „Walküre“; 2022 eröffnete Markus Poschner mit „Tristan und Isolde“ die Bayreuther Festspiele und kehrte im Sommer 2023 ebenfalls für diese Produktion nach Bayreuth zurück. Die besonders intensive Zusammenarbeit mit dem Bruckner Orchester Linz kulminierte 2020 in der Auszeichnung zum »Orchester des Jahres« und »Dirigent des Jahres« in Österreich.

 

Nach dem Studium in München sowie Assistenzen bei Sir Roger Norrington und Sir Colin Davis wirkte Markus Poschner zunächst als 1. Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin und anschließend als GMD der Bremer Philharmoniker (2007-2017). Ab Herbst 2027 wird Markus Poschner außerdem die Position des Chefdirigenten beim traditionsreichen Utah Symphony Orchestra in den USA übernehmen.

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